Hanno Friedrich wurde 1966 in Wuppertal geboren. Seine Schulzeit verbrachte er am Niederrhein, in Holland und Süddeutschland. Abitur und Zivildienst machte er auf der schwäbischen Alb. Dazwischen studierte er sechs Monate italienisch in Florenz. 1988 zog er nach Berlin und belegte an der FU Berlin die Studiengänge Romanistik, Anglistik und Theaterwissenschaften. Ein Jahr später – denn grau ist alle Theorie – begann er an der Hochschule der Künste Berlin sein Schauspielstudium.
Von 1993 bis 1997 war er als Anfänger und später Protagonist am Staatstheater Oldenburg unter Stephan Mettin engagiert. Dann folgte ein unerquickliches Jahr Theater Basel. 1998 ging er zu Manfred Beilharz ans Schauspiel Bonn, wo er bis 2001 festes Ensemblemitglied war. Seit 2001 ist er freier Schauspieler und hauptsächlich für Fernsehproduktionen tätig. Seine Liebe zur Musik lebt er aus als Mitglied und Erfinder der preisgekrönten Musik-Comedy ‚ABBA Jetzt!’, die seit 1998 auf nicht enden wollender Tournee ist.
Zurück auf der Theaterbühne war er 2009 als Bassa Selim in Marcus Dietz’ kontroverser Inszenierung von ‚Die Entführung aus dem Serail’ an der Oper Bonn zu sehen. Danach übernahm er seine erste Regie bei der Frauen-Revue SEKT AND THE CITY, die seit 2010 erfolgreich durch Deutschland tourt. Die zweite Regie-Arbeit folgte 2011 für das Kabarett-Programm NACKTBADEN des Duos Holger Edmaier/Vanessa Maurischat.
Seit November 2011 kann man ihn wieder auf der Theaterbühne erleben. Er spielt in "Schöne Bescherungen" an den Wuppertaler Bühnen die Rolle des literarisch angesehenen, aber in der Liebe erfolglosen Schriftstellers Clive. Und im Frühjahr 2012 spielt er am Theater Bonn in der "Wie es Euch gefällt"-Inszenierung von David Mouchtar-Samourai.
Am Dienstag, dem 24. Februar läuft im ZDF die SOKO Köln-Folge “Ein Schuss, kein Tor”, in der Regie von Sascha Thiel. Ich werde nicht nur – mal wieder – erschossen, sondern spiele auch… Fußball! Das sollte mal mein alter Sportlehrer sehen. Hier eine kleine Impression vom Dreh im letzten Sommer:

Seit dem 16. Januar ist jetzt die neue Hörspielreihe POLLUTION POLICE im Handel. Im zweiten Teil “Terror auf dem Reiterhof” spreche ich den Pferdeknecht Sven, mit dabei ist Marion von Stengel, die großartige Synchronstimme von Angelina Jolie, also Augen zu und träumen. Pollution Police ist ein gemeinnütziges Projekt, welches moderne Medien nutzt, um Jugendliche zu aktivieren für den Umwelt- und Naturschutz. Die ersten drei Folgen gibt’s bei pop.de.

Ein paar schöne Drehtage mit meinem Agenturkollegen Kai Schumann für den Piloten der neuen ZDF-Serie HELDT, in der Kai einen unkonventionellen Kripo-Kommissar spielt. Mit Janine Kunze und Timo Dierkes.

Am Freitag, den 18. November ’11, war Premiere im Opernhaus Wuppertal mit Alan Ayckbourns “Schöne Bescherungen“. Ich spiele Schriftsteller Clive Morris, den Gast einer verkorksten Familie, der dort die Weihnachtstage verbringt. Es kommt zu haarsträubender Situationskomik und existentiellen Katastrophen. “Schöne Bescherungen” ist das Regiedebüt meines alten Freundes (und Mit-ABBA-Jetzt’lers) Tilo Nest. Die Probenzeit war großartig und der Premierenabend ein großer Erfolg. Nach langer Zeit (2002?) mal wieder mit einem Schauspiel auf einer großen Bühne.
Die Westdeutsche Zeitung schreibt: “Ein Trumpf der hervorragend besetzten Inszenierung sind die subtil herausgearbeiteten Figuren, die bei aller Überspitztheit doch so menschliche Züge erhalten, dass sich vor allem bei den erfolglosen Annäherungsversuchen zwischen der Jungfrau (Julia Wolff) und ihrem Dichter (Ich) echte Betroffenheit einstellt. Stell dir also vor, es ist Ostern und ‘Schöne Bescherungen’ wird immer noch gespielt. Das mag zwar nicht realistisch sein, die Begeisterung des Premierenpublikums sprach dennoch für sich: Die Farce ist ein Fest der Schauspielkunst.”

Als Schirmherr und Botschafter für den Bunten Kreis Bonn präsentiere ich am Samstag, den 3. September, gemeinsam mit der WDR-Moderatorin Insa Backe das 4. Bonner Taschenlampenkonzert mit der Band Rumpelstil. Es findet Open Air vor dem Poppelsdorfer Schloss statt.
Unter der Regie von Sascha Thiel habe ich die Folge ‘Ein Schuss, kein Tor’ für SoKo Köln abgedreht. Es gab ein Wiedersehen mit meinem Kollegen Stephan Kampwirth, mit dem ich zum ersten Mal auf einer staatlichen Bühne stand: 1993 ‘Besuch der alten Dame’ im Berliner Schlosspark-Theater, Regie Alfred Kirchner. Und mit Andreas Patton, mit dem ich 1995 den Kurzfilm ‘Captain Cosmo’, Regie Chris Valentien, gedreht hatte. Hier ein Bild vom ersten Drehtag, wo wir bei schönstem Sonnenschein Fußball spielen mussten.

Bei Astragon erscheint FICTION FIXERS – DER FLUCH VON OZ. Ein Wimmelbild-Computerspiel, in welchem ich den Blechmann gesprochen habe. Okay, nicht gerade die Königs-Disziplin, aber man kann auf mich drücken, dann spreche ich… Ab 6.
Ich habe unter der Regie von Hans-Günther Bücking eine neue Wilsberg-Folge abgedreht, wieder als Philipp Assmann, der Kollege von Alex (Ina Paule Klink), mit einer Überraschung für alle Alex-Fans. Die Folge heißt DIE BIELEFELD-VERSCHWÖRUNG und das Drehbuch ist wirklich sehr ungewöhnlich. Ein RiesenSpaß! It’s a wrap-Bild vom letzten Drehtag in Münster:

Am 29.6.11 von 21:05 bis 22:00 gibt es im Deutschlandfunk in der Sendereihe ‘Querköpfe‘ ein einstündiges Feature über das “ABBA Jetzt!“-Phänomen. Es begann als ein einmalig gedachter, kleiner Auftritt im Nachtcafé des Theater Basels, und jetzt sind wir tatsächlich mit diesem Programm seit 13 Jahren on Tour und spielen auschließlich vor ausverkauften Häusern zwischen Göteborg und dem Wiener Burgtheater.

Jetzt gibt’s hier auf meiner website das neue Showreel in der langen Version. Einfach auf Reel klicken.
Bei Vimeo kann man jetzt “Trivial” sehen. Ein Pilot für eine Fernsehserie von 2006, die leider nie in Produktion ging.
Amy Winehouse hat uns die Renaissance des Northern Souls beschert. Zusammen mit dem Produzenten Mark Ronson und den Dap Kings hat sie eine Neo-Soul und Motown-Reloaded-Bewegung losgetreten, die seither aus unseren Ohren nicht mehr wegzudenken ist. Davon profitierten Corinne Bailey Rae, Sam Sparro, Tom Baxter, Bryn Christopher, die Noisettes, Rox, Miss Li und im weitesten Sinn auch die Swing-Lady Caro Emerald. Aber während Frau Winehouse (Haus voll Wein) mit nicht zu stoppender Konsequenz auf ihre Selbstzerstörung zusteuert, liefern Frauen wie Adele, Duffy und Paloma Faith fantastische Alben ab, die ohne Amys ‘Back To Black’ 2006 wahrscheinlich nicht möglich gewesen wären. Soul is back. Aber das großartigste Neo-Soul-Album kommt dann doch wieder aus Amerika: ‘Lady Killer’ von Cee-Lo Green. Eine Männerstimme, die ihresgleichen gar nicht suchen muss, weil’s sowas nur einmal gibt. Unglaublich depressive und dunkle Texte, saufreche Arrangements und die Füße stehen nicht still. Da beherrscht einer die Königsdisziplin. Cee-Lo schert sich einen Feuchten und begeistert Jeden. Wahnsinnsplatte in jedem Sinn.
Wer dachte, die Zeit der großen, monumentalen Popsongs, wie sie einst Billy Joel und Elton John produzierten, sei vorbei, wird eines Besseren belehrt von einem jungen Mann aus England: Fyfe Dangerfield. Nach einem provokant rumpelnden Beginn bietet seine Platte “Fly Yellow Moon” großartige Melodien, die man sofort mitsingen möchte. Auf der britischen Tour-Edition gibt’s das zauberhafte Cover von “She’s always a woman”. Der Oberbrenner ist allerdings der musikalische Kurzfilm “Faster than the setting sun” – akustischer Gangstermovie und Western. Ich habe mir meine CD vorm Konzert signieren lassen.


Nachdem Danny Boyle die Untoten in 28 Days Later zum Rennen gebracht hat, dachte man, wir haben jede Zombievariation, die denkbar ist, gesehen. Als Zombiefan der ersten Minute – ich habe Dawn Of The Dead 1980 zum ersten Mal im Kino gesehen – bin ich begeistert von einer französischen Neuerfindung des Genres: Les Revenants von 2004. Der erste Zombiefilm ohne Blut! Plötzlich kommen Zigtausende Tote zurück auf die Erde, in einem quasigesunden Stadium lange vor ihrem Verfall. Mit niedriger Körpertemperatur, großer Langsamkeit und einer tiefen Melancholie zitieren sie ihr altes Leben und werden versuchsweise von Soziologen und mit militärischer Hilfe wiedereingegliedert. Die Lebenden, die ihre geliebten Toten wiedersehen, versuchen auf unterschiedlichste Weise, damit klar zu kommen. Der leise Horror entsteht durch die Gewaltlosigkeit der Untoten, die großartige Musik und die schleichende Erkenntnis, dass die Zurückgekehrten ein gemeinsames Ziel verfolgen. Wunderbar! Bei DC/Vertigo erscheint zur Zeit die Serie IZombie, gezeichnet vom König der PopArt Michael Allred. Im Sixties-Spirit mit einer sexy Zombiedame und Monsterjägern, einer Mumie, einem Wer… terrier, einer Vampirin. Quasi die Mad Monster Party, falls Ihr wisst, was ich meine. Autor Chris Roberson: “I think it will appeal to two groups of people: Those who like zombie books, and those who don’t like zombie books.” Sehr psychedelisch und groovy. Die absolut krankeste Zombie-Variante haben die Ausnahmepsychopathen Warren Ellis und Jacen Burrows bei Avatar Comics erscheinen lassen: Die zehnteilige Miniserie ‘Crossed’. Die zartbesaitete Leserin wird spätestens am Ende des zweiten Teils das Tradepaperback in’s Altpapier werfen und sich einen Disneyfilm anschauen. Dieses Comic macht keine Gefangenen. Don’t click this link
Am letzten Wochenende gab’s auf die Zwölf. Für ein Kurzfilmprojekt in Düsseldorf hatte ich die Ehre, mit dem großartigen Maskenbildner Marcus Michael zusammen zu arbeiten. Der ist nicht nur ein wunderbarer Kollege, sondern auch ein echter Gorehound. Auf die Schnelle hat er mir die Fr…e derangiert. Ein Fest!
Jetzt kommt ihr Album, als Download gab’s von Uffie vorab schon “MCs Can Kiss”. Ein sehr irreführender Titel und ein Lied, über das ich zum ersten mal seit Lützenkirchens “Drei Tage wach” wieder laut gelacht habe: “Frankly I don’t give a fuck, you might be dope by the mic but your music sucks (…) Four to the floor, you can kiss my ass, I’m the least working girl in the showbusiness.”. Großartiges ‘Sax-Solo’ am Ende.
Marvel läutet sein HEROIC AGE ein. Nach vier düsteren Jahren mit Civil War, Silent War, World War Hulk, Secret Invasion und Dark Reign sitzt Norman Osborn, der Green Goblin, in isolierter Sicherheitsverwahrung, The Hood hat keine Power mehr, Loki und Sentry sind tot, Captain America lebt wieder, die Superhuman Registration Act ist außer Kraft gesetzt, nur J.J. Jameson ist noch Mayor von N.Y.. Bei Spidey und Daredevil läuft’s halt mal wieder nicht so gut. Dafür wird Thor von Kenneth Branagh verfilmt, also wird’s bei Marvel endlich wieder was zu lachen geben.
Hanno hat über einen Zeitraum von fünf Jahren drei mal in mehreren Episoden von “Verbotene Liebe” einen Kommissar gespielt. Das erste mal durfte er Mark Roloff (Carsten Spengemann) der fahrlässigen Tötung überführen, was zu dessen Serientod führte. Lustig war das zweite und dritte mal: Hanno befragte Adrian Degenhardt (Klaus Zmorek). Kurz darauf wurde sein Kommissar zu einem Einsatzort am Rhein gerufen, weil der Verdacht bestand, dass ein Kind (Hannes, Sohn von Ansgar und Nathalie) im Fluß verunglückt war. Kurzfristige Recherchen der Autoren ergaben leider, dass dafür die Feuerwehr zuständig ist, so wurde flugs (in der VL-Chronologie wenige Folgen früher) aus dem Kommissar ein Feuerwehr-Einsatzleiter. Wahrscheinlich fiel das keinem Zuschauer auf.
Zu so aufregenden Spielfilmvarianten des embedded-filmmaking wie “Cloverfield”, “Paranormal Activity” oder “Diary Of The Dead” gibt es eine großartige literarische Variante: “House Of Leaves” von Mark Z. Danielewski. Man könnte das als ein dreidimensionales Buch beschreiben, beim Lesen wird man in drei Welten hinein gezogen, die jeweils von einer Plausibilität ausgehen und dann in wahnsinniger Phantasmagorie enden. Man liest und wird dabei in eine psychotische Abwärtsspirale verwickelt, die durch unendliche Fußnoten, Querverweise und Bildmaterial die erfundene Wirklichkeit fast schmeckbar machen. Hinein geflochten sind ganz reale Tragödien von Abhängigkeiten, Verlusten und Traumata. Das Gefühl beim Lesen ähnelt dem Schaudern, welches man als Kind spürte, als man Gruselfilme gesehen hat, für die man noch zu klein war. Und auch der abgebrühte Genre-Fan hat plötzlich schlechte Träume.
MOEBIUS, der erste Kurzfilm von Hanno und Steffen Wimmers handelt von einem Kriminellen, der selbstverschuldet in der Zeit hängen geblieben ist, um immer wieder das Selbe zu erleben. Ein Sysiphos-Motiv ohne die Bewusstheit des Protagonisten. Zeitreisen, Zeitbeugung und die Dilemmata, die daraus entstehen werden wunderbar beleuchtet in “Und täglich grüßt das Murmeltier”, “12:01″, der “Terminator”- und der “Zurück in die Zukunft”-Trilogie. Aber der Oberkracher ist der zu Unrecht vergessene “Retroactive“, 1997. Eine filmische Schlachtplatte sondergleichen, die sehr schlechte Kritiken bekam, aber ein echtes Juwel für jeden Science-Action-Fiction-Fan darstellt. Nur als Import zu haben.
Hanno war ein “Hochzeits-Crasher”. Ein candid-camera-Konzept aus den USA, das dort schon unter Ashton Kutcher nicht funktioniert hat. In Deutschland mit den sympathischen und extrem Humor-begabten Kollegen Carolin Kebekus und Maximilian Giermann zusammen in vielen peinlichen Situationen. Eine teils nervenaufreibende Arbeit und bei der Austrahlung auf PRO7 ein absolutes Quotengrab. Kalkofe schrieb: “In Wirklichkeit aber einfach nur lieblos doof und schweinepeinlich, mit ganz schlecht versteckter Kamera sehr mies inszeniert und eigentlich sehr talentierten Darstellern in ihren peinlichsten Rollen. Einziger Trost: die Quoten sind auch kacke!”

